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Samstag, 31. März 2012

John Carter

Es gibt leben auf dem Mars – und es ist nicht nur intelligent, sondern überaus kriegerisch.

1871 gelangt der nun alle Kämpfe meidende Ex-Soldat John Carter (Taylor Kitsch) auf mysteriöse Weise nach Barsoom, wie die dort lebenden Völker es nennen. Ein Kampf um Macht und Überleben verstrickt sie in einem nie enden wollenden Krieg, in den nun auch Carter droht, hineingezogen zu werden…  

Man sagt, der Apfel falle nicht weit vom Stamm. Doch was, wenn jeder nur den Apfel, keiner aber den Stamm kennt? So mag es manchem Zuschauer kennen. Denn Hollywood hat sich bereits an vielen Ideen des Vorlagenstoffs Die Prinzessin vom Mars von Tarzan-Erfinder Edgar Rice Burroughs bedient. Wer Star Wars oder Avatar kennt, dem werden einige Ähnlichkeiten auffallen.

Die Darsteller wie der überzeugen, wobei für mich vor allem die Nebenfiguren (wie z.B. Willem Dafoe als Alien-Stammesführer Tars Tarkas) am besten ausgestaltet sind. Die Musik (Michael Giacchino) begleitet das Geschehen angenehm, ebenso wie die 3D-Effekte.  

Eigentlich macht der Film alles richtig. Dennoch scheint schon jetzt absehbar, dass er nicht der erwartete Kassenerfolg wird, und damit vermutlich erneut der Auftakt einer Trilogie (so die Romanvorlage) für sich alleine steht und angerissene Handlungsstränge unvollendet bleiben.

Aber all das muss den geneigten Kinogänger nicht kümmern – denn trotz aller Wenns und Abers ist John Carter ein guter und unterhaltender Film. Sympathische Charaktere und Aliens – samt sechsbeinigem Hundewesen mit Dahinschmelzblick, Action und traumhaft schöne Bilder… Kurz: Man merkt dem Film das in ihn gesteckte Budget an.

Bildgewaltige Fantasy-Action mit sympathischen Figuren

Mittwoch, 1. Februar 2012

Immortals

Wie schaut eine gute Exposition für ein episches Fantasygemetzel aus? Bösewichte (König Hyperion, gespielt von Mickey Rourke), junge Helden (Theseus, besetzt mit Henry Cavill) und eine Rat gebende Vatergestalt (Göttervater Zeus, fast jugendlich verkörpert von Luke Evans) streiten um ein magisches Artefakt, um das Schicksal der Menschheit zu bestimmen.

Ein Ärgernis ist der thematisch nachvollziehbare aber blöde deutsche Titel Krieg der Götter. Denn eigentlich ist das sogar falsch...



Eines sollte der Zuschauer nicht vergessen: Auch wenn er stets auf durch die griechische Mythologie geprägte und vertraute Figuren stößt, ist dieser Film weder historisch noch authentisch, keine Sagennacherzählung und kein Historienfilm - und das will er auch gar nicht sein. 

Verschiedene Stoffe bilden eine neue bildgewaltige und logisch aufgebaute Handlung. Da der Stil nicht realitätsnah sein will, fügen sich Optik und Effekte fast schon passend zu einem ästhetischen Stil, bei dem natürlich der Fokus auf den Actionsequenzen liegt, aber die Bildsprache einen großen Reiz ausmacht. 
Anleihen und besonders die optische Parallelen zu 300 sind augenfällig, aber mich hat das mehr erfreut, als gestört. Auch die Besetzung ist gut gewählt und die stimmige Musik rundet das Gesamterlebnis ab. Besonders spannend und gelungen fand ich die Abwandlungen der vertrauten Mythologie, auch wenn gerade das der Kritikpunkt vieler ist, die einen "Götterfilm" erwarten.

Ästhetisches Fantasy-Action-Gemetzel

Dienstag, 17. Januar 2012

Real Steel


Im Jahre 2020 ist Boxen beliebt wie nie zuvor - doch haben ferngesteuerte Roboterkämpfer die Menschen schon lange im Boxring ersetzt.
Der egoistische und nur auf sich selbst fixierte Exboxer Charlie Kenton (Hugh Jackman), bisher an allem im Leben gescheitert, tingelt mit seinem Kampfroboter wenig erfolgreich durch die ländlichen Arenen, bis er nach einem verlorenen Kampf erfährt, dass seine ehemalige Freundin verstorben und er nicht nur Vater, sondern nun auch verantwortlich für seinen halbwüchsigen und ziemlich vorlauten Sohn Max ist.

Das Vater-Sohn-Drama mit durchaus üblichen Klischees ist zwar weniger düster, als der Titel und die ersten Teaser haben vermuten lassen, schafft es aber doch, ein Stück Eigenes zu schaffen. Die Wendungen sind zwar meist vorhersehbar, schaffen aber das angenehme Heile-Welt-Gefühl eines, nun, eben Familienfilms. Abseits davon ist die hier konstruierte Zukunft interessant und ich finde es schade, dass man nicht einen etwas größeren Einblick erhält. Kaum mehr als das, was man zum Verständnis der Charaktere braucht, wird erwähnt.

Die Kreuzung aus Rocky, Over the Top, einem beliebigen Beat 'em up ist kein Film, den man gesehen haben muss, aber solide Unterhaltung für die ganze Familie.

Freitag, 14. Oktober 2011

Ausgespielt: Portal 2

"Oh, DU bist es! [...] 
Ich glaube, wir können unseren Streit beilegen. Der Wissenschaft zu liebe... Du Monster!"  

Nach einem stimmungsvollen Beginn ist die Begrüßung von GLaDOS schon fast herzerwärmend und spätestens jetzt fühlt sich der Spieler in seiner Umgebung mehr als heimisch.

Denn nicht nur das genialen Rätsel- und Ausprobierprinzip, sondern auch der trocken-schwarze bis spöttisch-charmante Humor der KI wurde beibehalten.

Wie bereits in Portal meistert der Spieler mit Hilfe der Portalkanone Testkammern und Versuchsreihen. An Hindernissen, materiellen wie gedanklichen, mangelt es dabei nicht. Das Spiel mit den realistischen, physikalischen Gesetzen wird durch verschiedene schlüssige Neuerungen nur noch weiter angestachelt.
Selbstverständlich ist auch unser Freund, der gewichtige Begleiterkubus (Weighted Companion Cube), mit dabei. Diesmal allerdings meist in Gestalt eines Prismakubus der Entmutigungs-Umlenkungs-Würfel (Weighted Pivot Cube), mit denen sich Laserstrahlen umlenken lassen.

Das Spiel bietet eine konsequente und ausgezeichnete Weiterentwicklung der Ideen und Spielprinzipien des ersten Teils. Die Grafik mag nach aktuellen Maßstäben nicht grandios sein, ist aber stimmungsvoll und wirkt vielleicht besonders, wenn man wie ich Teil 1 und 2 direkt hintereinander spielt.
Zwar ist der Entdeckungsdrang durch das Leveldesign oftmals gebremst, aber zu entdecken und probieren gibt es dennoch reichlich - und wird in gewohnter Manier auch gelegentlich mit einem Achievement belohnt.

Das Allerbeste ist und bleibt natürlich die KI, allen voran GLaDOS, sowie die einfallsreiche Handlung, in die der Spieler sehr schnell verstrickt wird. Dass das Spiel - meinem Empfinden nach - bis auf wenige Passagen deutlich leichter als der Vorgänger scheint, wird durch die Geamtstimmung mehr als ausgeglichen. Denn eigentlich spielt man doch nur, um zu experimentieren und den Einspielungen zu lauschen... und gelegentlich bei schwierigen Rätseln zu denken, dass man vielleicht doch an einem "leichten Fall eines schwerwiegenden Hirnschadens" leidet. Was nebenbei bemerkt auch als Grund angegeben wird, dass die Hauptfigur sprachlos daherkommt.

Portal 2 ist ein atmosphärisch-stimmiges Spiele, in sich schlüssig und absolut begeisternd. Mehr als einmal konnte ich mich bei dem Ausruf "Ha, ich bin ja sooo genial" ertappen - und war froh, dass keiner im Zimmer war, um meinen Größenwahn mitzuerleben. Ohne zu viel zu verraten - das Ende stimmt einen mit genug Anknüpfungspunkten für einen möglichen dritten Teil neugierig. Es gibt auch diesmal einen schöner Abschlusssong, der zwar sehr gelungen ist, jedoch der neckischen Bissigkeit des ersten nicht nahekommt.
Den ausgezeichneten Soundtrack gibt es sogar als kostenlosen Download.

Was bleibt ist der fordernde und komplexe CooP, in dem GLaDOS wie gewohnt nicht mit Freundlichkeiten geizt =)


Wenn der Buzzer ertönt, kommentieren Sie das Posting... *bzzzz*

Freitag, 23. September 2011

Cowboys vs. Aliens

Cowboys vs. Aliens - welch skurrile Mischung.

Aber mit Aliens verkauft sich ja alles gut, und schlussendlich ist der Film sehr viel besser, als meine Erwartungen an ihn.

Wir haben alles, was das Kinogängerherz begehrt: Den einsamen Helden mit Gedächtnis- verlust, die mysteriöse Schöne, den größenwahnsinnigen Bubi, einen grimmigen Großgrundbesitzer mit gutem Kern, die in Angst lebenden Städter - und natürlich die Aliens.



Obwohl mir "Aliens"-Alien ja die liebsten sind (und durchaus Anleihen erkennbar sind) ist das Ganze weniger gruselig, dafür mit tollem Wild West-Setting. Die Besetzung ist mit Daniel Craig und Harrison Ford gut gelungen und von diesen beiden lebt der Film auch; neben der Action versteht sich. 

Der Kampf der Normalsterblichen gegen die fremden Entführer ist ein ungleicher, ein Kampf, David gegen Goliath. Und wie der Kampf ausging, wissen wir ja alle.

Dass so ein Film unterhalten will und neben interessanten Ideen auch ein paar Lücken aufweist, fällt kaum ins Gewicht. Der Film ist gut gemacht und überzeugt größtenteils. Auch wenn sich gerade die weiblichen Zuschauer sicherlich eine längere Passage nackter Haut von Daniel Craig gewünscht hätten. Und ja, für die Männer gibt es selbstverständlich auch etwas für`s Auge.

Cowboys UND Aliens in einem Film, mehr davon

Montag, 5. September 2011

Captain America - The First Avenger

Der zweite Weltkrieg lässt als historisches wie auch als fiktives Ereignis jede menge Raum für Kämpfe, Helden und Schurken.

Der schmächtige und gesundheitlich stets angeschlagene Steve Rogers, gut gespielt von Chris Evans, möchte unbedingt seinen Beitrag leisten, um die Nazis zu bekämpfen. Körperlich ungeeignet bleibt ihm nur der Unterstützungsdienst, was ihm jedoch nicht reicht. Er will mehr, an der Front kämpfen, wie alle anderen auch. Die Chance erhält er durch ein Geheimprojekt und wird so schließlich zunächst zur Werbefigur Captain America. Als es gilt, einen Freund zu retten, setzt er alles auf eine Karte.

Natürlich braucht ein aufstrebender Super-Soldaten-Held auch einen charismatisch-irre-bösen Gegenspieler: Johann Schmidt, wunderbar gespielt von Hugo Weaving (und ausgezeichnet gesprochen von Hans-Jürgen Wolf). Der Anführer eines Geheimkommandos der Nazis schickt sich an, natürlich, die Welt an sich zu reißen.

Der Film lässt reichlich Raum für Patriotismus, nimmt sich dabei aber nicht zu ernst und driftet nicht ins Schwelgen ab. Gut, umso gelungener wirken die Propaganda- und Werbeauftritte Captain Americas im aus den Comic bekannten Kostüm.

Toll: Tony Starks Vater Howard ist nicht nur auf der schon aus Iron Man bekannten Weltausstellung dabei, er ist auch am Super-Soldaten-Programm beteiligt - und unterstützt die Armee mit der ein oder anderen Erfindung. Charmant!
Interessant vor allem als deutscher Zuschauer fand ich die Äußerung des deutschen Exilarztes, dass die Nazis als erstes die Deutschen unterjocht hätten, gefolgt von ein paar schönen Erinnerungen. Die Ansicht wird "böse Nazis"-Szenarien ja eher weniger vertreten.

Die 3D-Effekte waren mehr als zu vernachlässigen, trugen aber zu einer guten Grundstimmung bei. Diejenigen, die Thor, Iron Man und die anderen in The Avengers mündenden Comicverfilmungen gesehen haben, werden besonders erfreut über viele kleine Details und diverse Anspielungen sein, der Kosmos ist stimming. Ein Auftritt von S.H.I.E.L.D.-Chef Nick Fury (Samuel L. Jackson) darf natürlich auch nicht fehlen, wie, zum Glück, die Nachabspannszene. Und spätestens, wenn sich daran ein paar Appetithappen zu The Avengers anschließen, ist man vor Spannung erfüllt und findet, 2012 ist noch verdammt lang hin...

Ein guter Film, wenn mir auch Thor etwas besser gefallen hat. Vielleicht auch nur, weil mich der charmante Göttersohn schon als Mann deutlich mehr angesprochen hat, als Chris Evans.

Gute Comicverfilmungskost. Avengers, ich freue mich auf euch.

Freitag, 26. August 2011

Planet der Affen: Prevolution

Man sagt, der Weg zur Hölle ist gepflastert mit guten Vorsätzen. Wie wahr. Dabei beginnt alles mit einer großen Hoffnung. 
Wissenschaftler Will Rodman (James Franco) muss mit ansehen, wie sein Vater nach und nach dem Alzheimer verfällt, abbaut und leidet. Er arbeitet fieberhaft an einem Heilmittel. Es laufen Testreihen an Schimpansen, jedoch scheint nicht alles glatt zu laufen. Dann nimmt Will das Schimpansenbaby Caesar, ausge- zeichnet gespielt von Andy Serkis, bei sich auf.  Nach anfänglicher Euphorie auf beiden Seiten treibt das Schicksal die "Freunde" immer weiter auseinander...

Der Wechsel von Druck und Gegendruck mündet schließlich in der sich stetig ankündenden Katastrophe.

Der Film ist gut und passend zu den alten Teilen konzipiert. Die übernommenen Details und Anspielungen schaffen besonders für den Kenner der Originale einen vertrauten Kosmos. Keine Seite wird als gut oder böse per se dargestellt, der in den Klassikern sehr präsente Rassismus findet auch hier, wenn auch noch nicht innerhalb der Affengemeinschaft, statt. Die Frage, was Menschsein und Menschlichkeit ausmacht, ergibt sich bereits durch das Thema. Ohne erhobenen Zeigefinger, dafür mit Konsequenz wird dem Zuschauer ein glaubwürdiges Szenario unterbreitet.

Weniger die Erbanlagen, sondern mrhr die Verhältnisse sind es, die uns bestimmen (Milieutheorie Taines). Und so führt eine nachvollziehbare und schlüssige Kette von Entwicklungen in die, vom Zuschauer fast sehnsüchtig erwartete, unausweichliche große Katastrophe. Nicht, weil die Vorlagen dies verlangen, sondern weil die Charaktere in der jeweiligen Situation kaum anders handeln können. 

Schöne  Bilder, gute Besetzung und schauspielerische Leistung, angenehmer Soundttrack.

Und ganz ungewöhnlich: Den deutschen Titel finde ich einfallsreich und zu dem Original gleichranging, wenn nicht gar überlegen. Die Pandemiegrafik im Abspann ist auch eine gute Idee. Auch wenn (für einem möglichen weiteren Teil?) durchaus noch Handlungsfelder zwischen Prevolution und dem Planet der Affen-Original sind, die gefüllt werden können.

Schlüssig bedrückend. Schon allein Ceasar ist das Anschauen wert.

Montag, 1. August 2011

Green Lantern

Ein weiterer, dafür eher unbekannterer, Comicheld hat seinen großen Auftritt auf der Leinwand. Nach vielen Marvel-Größen zieht nun ein DCler ins Feld. Nachdem mich die ersten Trailer um das grüne Gebilde eher irritierten. Die neueren hatten mich dann aus dem Stehgreif überzeugt und mich zur Vorfreude angestachelt.

Der Film hält, was die Trailer versprechen. Allerdings bleiben bis auf den Hauptdarsteller und seinen Antagonisten die anderen Figuren leider genau das - Figuren. Nicht, dass man von einer Comicverfilmung eine besondere Tiefe des Schauspiels erwarten muss, doch ein bisschen mehr wäre da sicher drin gewesen. Ryan Reynolds als Hal Jordan bespielt dafür die ganze Bandbreite von tollpatschig-arrogant bis heldenhaft-mutig. Ein Mann, der Ängste überwindet und (ein Stück weit) erwachsen wird.
In wie weit der Film dem Comic folgt, kann ich nicht sagen, gefallen hat er jedoch. Es wird kein Effekteoverkill geboten und alles bleibt angemessen  - und natürlich vor allem schön grün. Allerdings hätten die Kräfte der Green Lantern ruhig noch ausgiebiger präsentiert werden können. Manch einer wird vielleicht einen höheren Actionanteil vermissen. Denn geschossen, geprügelt oder gebombt wird hier sehr wenig. Für mich eine gute Entscheidung, spielt sich der wahre Kampf doch im Geiste ab.
Soundtrack? Nicht erinnerlich. Allerdings hatte ich bei besonders gut in Szene gesetzten Momenten Gänsehaut. Schön. Wir haben Green Lantern in 2D gesehen. Ich kann mir vorstellen, dass die Szenen auf Oa wohl ganz nett in 3D sein können, aber wohl nicht allzu viel Mehrwert bieten. Wie schon bei Thor bietet die Umgebung der Erde leider zu wenig, um es lohnend einzubinden.
Dass es in dem Film nur so von Klischees wimmelt, finde ich nicht weiter schlimm und würde ich dem Entstehungshintergrund der Comicvorlage zuschreiben. Trotzdem, ein paar mehr Überraschungen hätten sicherlich Platz gefunden. Und Platz ist vielleicht das eigentliche Problem des Films: Es gibt zu wenig. Zu wenig Raum für die Green Lanterns, für Planeten, Weltraum und Charakterwandlungen. Für alle die Entwicklungen, die über die Figuren, die Charaktere hätten werden können, hereinplatzen. 
Ja, der Film hat Schwächen. Ja, man könnte einiges besser machen. Aber auch ja, er hat gefallen. 
Wer am Ende des Films noch ein bisschen wartet, wird diesmal wieder mit einer Nachfilmszene belohnt. So soll das sein. Ein bisschen vorhersehbar vielleicht. Trotzdem tut es seinen Dienst und bringt Vorfreude auf den nächsten Film, der, da sich ja nun das Vorgeplänkel erledigt hat, etwas weiter greifen kann. Bitte.
Comicverfilmung mit Humor, Pathos und Schwächen

Montag, 18. Juli 2011

X-Men: First Class

Nach dem ersten Trailer dachte ich: Ich will ihn sehen, weil er ein X-Men-Film ist. Denn: Ich mag die Schauspieler nicht, diese Kinder... Aber im Film angekommen ist alles ganz anders: Es passt! Auch Wolverines Abwesenhet wird in einem kurzen Cameoauftritt Hugh Jackmans Rechnung gezollt - charmant, wie immer. 

Die Story bietet nicht viele Überraschungen, dafür ist sie aber klassisch gut und lässt den Charakteren Raum sich zu entwickeln. Damit ist der Film weniger actionlastig als manche Trailer den Anschein gaben - umso besser. Wir sehen keine Effektorgie, sondern im Rahmen ihrer Welt glaubwürdige Charaktere. Nicht nur für Fans der Comics und/oder Filme eine gelungene, packende und überzeugende Unterhaltung. Zwar weicht der deutscher Titel "erste Entscheidung" von einer sinnvollen Übersetzung ab, trifft aber den Kern.

Vor allem Michael Fassbender als Magneto weiß zu überzeugen. Die Zerrissenheit, die nur noch in Anflügen in den X-Men-Filmen angedeutet wird, ist hier zentrales Motiv. Wunderbar böse: Kevin Bacon als Erzschurke.

Auch die Frauenriege ist gut besetzt. Besonders gut finde ich - insbesondere im Vergleich zu nackter Haut in Transformers - dass die spärlich bekleideten Frauen dies hier unaufdringlich und authentisch sind. Und auch wenn ich die bisherige Besetzung der X-Men mochte, kann ich mir weitere Teile mit dieser sehr gut vorstellen.

Mit Effekten wird nicht übermäßig geprotzt, aber den Fähigkeiten der Mutanten entsprechend eingesetzt. Das Setting der 60er Jahre um die Cuba-Krise und die Entstehung der X-Men überzeugt. Die Kostüme der Helden sind weniger stylisch, dafür aus Comic und Trickserien bekannt - Vertrauter Anblick mit nachvollziehbarer Erklärung, alles von einem guten Soundtrack untermalt.

Wie möchtegern-Held schon berichtete: Frech von Marvel, dass es keine Nachabspannszene gibt. Dabei wären doch genug Filme, auf die man hier das Interesse lenken könnte. Schade!

Überzeugende Comic-Action-Unterhaltung

Dienstag, 12. Juli 2011

Transformierte Piraten

Transformers 3 - Dark of the Moon

Tolle Autos. Effektkino. Verschwörungstheorien, eine gute Einleitung. Handlung mit kleinen Logiklücken, dafür umso mehr Kämpfe. Der Böse könnte böser sein. Kein bemerkenswerter Soundtrack, aber gut. 3D passend eingesetzt, könnte aber mehr sein. Kein Längegefühl.Wieder eine mehr als überflüssige weibliche Nebenrolle. Bubi scheint etwas erwachsener - endlich. (Etwas) Weniger patriotisch. Für meinen Geschmack könnten die Transformers selbst noch etwas mehr Screentime bekommen. Das Design der Decepticons läuft den Autobots den Rang ab. Nicht nur als Fan ein guter Film.

                                             Prasselndes Effektkino.


Fluch der Karibik 4 - Fremde Gezeiten

Gute Unterhaltung. Schlechter als Teil 1, besser als 2+3. Leider merkt man dem Film an, dass er ein Auftakt sein soll, denn er lässt zu viele lose Enden zurück, die einem förmlich ins Gesicht springen. Unschön. Unbefriedigender Showdown. Bösewichte, die viel böser sein könnten. Der Film lebt von Johnny Depps Spiel. Und das ist wie gewohnt gut. Synchronsprecher und Sprache angenehmer. Im Format 3D absolut überflüssig. Weniger Effekte und dafür mehr des klassischen Abenteuerfilms tun dem Film gut. Der humorige Anfang ist etwas übersteuert, was aber Depps Spiel gut steht. Nur als Fan wirklich spaßig.

                                Gute Passagen, unterhaltsam, aber keine Glanzleistung.

Dienstag, 7. Juni 2011

Scream 4

Sidney Prescott kehrt, auf Lesereise zu ihrem Buch, rechtzeitig zum 15. Jahrestag der Woodsboro-Morde in die Heimat zurück. Sheriff Dewey und Journalistin sowie Cousine Jill und ihre Teenie-Freunde bereiten ihr einen Empfang, der zwischen Herzlichkeit und Starrummel schwankt.
Doch kaum ist Sidney angekommen, beginnt ein neuer Mörder, die früheren Ghostface-Morde nachzuahmen. Sydney gerät nicht nur unter Mordverdacht, sondern muss auch noch um ihr Leben fürchten…

Lang lang ist es her, dass wir uns mit dem ersten Scream nicht nur am Meucheln und Rätseln, sondern auch an Filmverweisen und humoriger Selbst- und Genrereflexion erfreuen konnten. Ein Film, der einfach nicht zu schlagen ist.

Scre4m ist wie ein neuer Anfang und ein gelungener „zweiter Teil“ zugleich. Er greift die Elemente und Erfolgsgaranten seines Vorgängers auf – damit bringt er nichts bahnbrechend Neues, setzt dies aber gut um. Denn irgendwie hat sich alles verändert und ist doch alles gleich. Kenner der Reihe werden sich sofort wie zu hause fühlen, Neulinge werden nicht überfordert. „Leg dich nie mit dem Original an“ lässt der Autor seine Heldin sagen. Wie gut, dass er das auch nicht will.

Und was bekommen wir im „zweiten Teil“ zu sehen? Mehr Blut, mehr Medien, mehr… Ja. Und einen der tollsten Filmanfänge. Irritierend, gut gelungen und sehr unterhaltsam.

Denn mal ehrlich, was sollen wir sehen? Sich unsinnig verhaltende Teenies, die abgeschlachtet werden. Und affektierte Zicken, die bekommen, was sie verdienen, oder?

Eine gelungene Fortsetzung, die an den unerreichbaren ersten Scream nicht übertreffen kann, aber das Genre hoffentlich neu belebt.

Montag, 16. Mai 2011

Thor




Wenn man in die Fußstapfen des künftigen Herrschers wächst, über heldengleiche Fähigkeiten verfügt und obendrein auch noch gut aussieht, kann man schon ein bisschen arrogant werden. So auch Göttersprößling Thor, der sich mit einem Hauch Größenwahn in jeden sich bietenden Konflikt stürzt. Vater Odin verbannt ihn nach einem folgenschweren Fehler auf die Erde. Getrennt von Heimat, Ansehen, Rang und seinem mächtigen Hammer Mjolnir einem ist er nur einem Sterblichen gleich. Zeit für eine Lektion in Sachen Demut, ein bisschen Menschlichkeit, Liebe, Rache und wahrem Heldenmut.

Thor ist eine weitere Figur aus dem Marvel-Kosmos, die nun endlich das Licht der Kinoleinwand erblickt. Auch wenn ich, die ich auch die Trickserie damals gerne geschaut habe, wohl eher die Minderheit bin, man muss weder Comic-Thor, noch Marvel-Fan sein, um den Film zu mögen.

Die Besetzung ist mehr als passend, das Setting ruhig bis fantastisch-bunt. Die 3D-Effekte wirken auf der Erde zwar wenig, dafür aber umso mehr in und um Asgard.Trotzdem, hier wäre noch mehr möglich! Der Soundtrack ist unaufdringlich.

Besonders gefallen hat mir auch die Darstellung von Loki. Etwas weniger klassisch böse, dafür glaubhafter und mit mehr Seele. Der Typ interessanter "Zauberer" dem ich jedesmal verfalle. Aber gerade Chris Hemsworth ist ohne Zweifel etwas für das weibliche Auge. Nett auch, dass die Umhänge so wunderbar klassisch fallen, toll. Thors Verhalten und Anschauungen sind immer für einen Lacher gut und der Film weiß diese wohl zu platzieren. 

Ein charmant-epischer Götter-Helden-Film, der keine Längen aufkommen lässt.

Samstag, 7. Mai 2011

Ausgespielt: Dragon Age 2

So schnell geht die Zeit dahin: 

Kaum habe ich mit Hawke begonnen, in Kirkwall für Ordnung zu sorgen, ist es nach knapp 60 Stunden im normalen Schwierigkeitsgrad auch schon wieder vorbei. Während mich das Spiel nach anfänglicher Skepsis (die Demo beunruhigte mich eher, als dass sich mich in der Vorfreude bestärkte) und zwischenzeitlicher Hochstimmung lässt mich das Ende des Spiels ziemlich unvermittelt unbefriedigt zurück. Nun stehe ich da, zwiegespalten, und weiß nicht recht...



- Zu kurz
60 Stunden Spielzeit sind sicherlich ganz ordentlich, doch wünsche ich mir - gerade von einem RPG - mehr.

- Zu wenig Freiheit
Durch das Kartendesign hat man gefühlt nun noch weniger Freiheit, als in Teil 1. Etwas Führung ist gut, hier werde ich aber ein bisschen zu sehr an die Hand genommen.

++ Erzählweise
Sehr gut. Spannend und fließend erzählt. Ganz klar die Stärke und der überzeugenödste Faktor des Spiels.

+ Ein bisschen Baldur`s Gate-Feeling

- Dungeonrecyceling
Viele Wiederholungen. Ja, die Erzählweise läßt es zu. Und einiges davon ist nicht nur passend sondern auch sehr atmosphärisch umgesetzt. Dennoch, zu oft.

- Entstellung bekannter Charaktere
Im Laufe des Spiels trifft man (ich will ja nicht zu sehr spoilern ;) ) auf den ein oder anderen aus Teil 1 bekannten Charakter. Nett, überraschend und interessant bei einigen - eine absolute Enttäuschung bei den anderen. Wie kann man Charaktere nur so verschandeln? Pah!

+-- Charaktere
Die Charaktere reagieren mehr auf Entscheidungen des Spielers: Das Feind/Freund-Prinzip ist interessant und macht die Charaktere glaubwürdiger. Dafür sind sie gleichzeitig jedoch auch blasser, Typen á la Morrigan vermisst man schmerzlich. Außerdem kann man mit seinen Begleitern nunmehr kaum ins Gespräch kommen, von den Charakterquests einmal abgesehen. Enttäuschend, lag doch dort für mich die Stärke der Vorgänger.

- Gegenstände
Abgesehen von Ring, Amulett und Gürtel ist es nur seltenst nötig, geschweige denn möglich, aufzurüsten. Im Vergleich zum Vorgänger ein Armutszeugnis, so interessant die z.B. durch Dragon Age Legends freispielbaren Items auch sein mögen.

- Romanzen
Sehr traurig, was daraus geworden ist. Im zweiten Akt wird man gezwungen, sich festzulegen und dann war`s das auch schon. Kein Flirten, Küssen, Umwerben... Die wenigen Sequenzen, die es gibt, sind gut inszeniert, doch das Gefühl einer "Beziehung" bleibt aus.

- Das Ende
Mehr als unbefriedigt fühlt sich das, wie abgehackte, Ende an. Hinweg die verschiedenen Enden, die Handlungsfreiheit, der große Showdown. Schön, vielleicht soll es der Auftakt zu einer Zusammenführung von Teil 1 und 2 in einem (hoffentlich großartigen) Teil 3. Oder es läßt genug Raum, für weitere Verkaufsinhalte. Bei der an sich guten Geschichte hatte ich mir von den Meistern des Erzählens mehr erhofft.

- Wiederspielwert
Lockte in Teil 1 noch viele Passagen des Spiels, mehrfach ausprobiert zu werden, insbesondere auch die Entwicklung der romantischen Beziehung zu den Gruppenmitgliedern, fühle ich mich hier eher mäßig motiviert.


Das mag nun alles ganz negativ klingen, so ist es aber gar nicht gemeint: Denn Dragon Age 2 muss sich nun eben mit seinem grandiosen Vorläufer messen - und trotz einiger guter Neuerungen die Segel streichen. 18 Monate Entwicklung scheinen für ein Meisterstück einfach nicht zu reichen.

Trotzdem, ich wurde gut unterhalten und bedaure, dass es nun vorbei ist. Doch anders als in Teil 1 verbindet mich, vielleicht vom Hauptchar abgesehen, nicht die selbe emotionale Begeisterung, mit meinen Pixelgesellen. Schade.

Sonntag, 1. Mai 2011

Sanctum

Der 17-jährige Bubi Josh McGuire hat die Nase voll vom Entdeckergeist seines Vaters, dessen Forschungsprojekt es ist, die größte, unzugänglichste und bisher unerforschte Höhle der Erde zu erforschen. Ein wahres Mammutprojekt. Alles scheint nach Plan zu laufen, bis ein Hurrikan über das Land herreinbricht und die Höhle droht, geflutet zu werden. Abgeschnitten von Hilfe und weiterer Ausrüstung beginnt ein Überlebenskampf...


"James Cameron’s Sanctum ist ein 3D-Action-Thriller" behauptet der Film von sich. Nun, ganz so weit würde ich in der Begrifflichkeit nicht gehen. Jedenfalls nicht, wenn man sich auf die konventionelle Bezeichnung von "Action" und "Thriller" bezieht. Ich weiß nicht, wie ich es genannt hätte. Action-Drama vielleicht? Auch wenn es den Inhalt vielleicht besser trifft, es klingt nicht gut.

Und gut ist der Film, es sei denn, man geht mit falschen Erwartungen an ihn heran. Ich habe ihn mir ganz unvoreingenommen angeschaut und ich muss sagen, dass es sicherlich der einzige Film dieser Kategorie ist, für den es sich nicht verkehrt anfühlte, ins Kino gegangen zu sein. 

Auch oder gerade in 3D. Denn was der Film in landläufig gefasster Action nicht bietet, übertrifft er durch Setting, Bilder und Bildsprache. Endlich einmal kein Nur-Effekte-3D-Film, sondern einer, der eine Stimmung und Spannung, eine Welt mit beeindruckender naturkulisse um den Zuschauer aufbaut.

Die Handlung will nicht gezwungen überraschen, wird den Eingeschlossenen, ums Überleben Kämpfenden doch alles abverlangt - und darüber hinaus. Was ist wichtiger, Überleben oder Stolz und Moral?

"Du kannst es, weil du es musst".

Montag, 11. April 2011

Unknown Identity


Zum Abschluss eines mehr als ausgefüllten Wochenendes waren der Liebste und ich im Kino. Der Trailer hatte uns auf Empfehlung eines Arbeitskollegen des Liebsten schon neugierig gemacht.




Und da bei einem Thriller zu spoilern ganz böse ist, sei hier auch nicht mehr verraten.

Der Film bietet neben einer guten Besetzung (u.s. Liam Neeson und Diane Kruger) mit überzeugender Schauspielleistung eine mitreißende, spannende und überraschende Story. Ok, ab einem gewissen Punkt hat der Thrillererfahrene eine Ahnung, aber trotzdem macht der Film jede Menge Spaß. Die Musik ist passend, wenn auch  nicht besonders einprägsam. Das fällt bei einem derartigen Film aber auch nicht negativ ins Gewicht.

Aus deutscher Perspektive besonders interessant: Schauplatz ist Berlin – und zwar durchgängig. Das hat man ja in Hollywood-Filmen eher weniger.  Gut und in allen Facetten genutzt, so sollte es sein. Von Nachtclubs und den schönen Seiten der Hauptstadt, bis hin zu Wohnungen im 70er-Jahre oder
Pappwand-Design ist alles dabei. 

Für mich war auch der nette Ex-StaSti-Mitarbeiter einer der Höhepunkte des Films.

Ein guter Thriller mit guter Besetzung und ein paar (passenden) Allgemeinplätzen.

Mittwoch, 19. Januar 2011

René Marik - KasperPop



Der Maulwurf ist wieder da! Nachdem der kleine Schwarzbepelzte mit der gelben Armbinde am Ende des letzten Programms, „Autschn!",  das zeitliche segnete, sind er, Frosch Falkenhorst, die Lappen und Eisbär Kalle zurück – und das alles hassende und Übel verbreitende Hasskasper.

In seiner Vorrede sagt René Marik lachend „Wir machen hier kein Kabarett. Oder vielleicht doch.“ Genau, vielleicht. Denn „Autschn“ ist erwachsener geworden und bietet nicht mehr nur sympathischen „Puppenquatsch“. Die eninst „nur“ liebeswerten Scherze gehen schon mal einen Schritt weiter, für machen Geschmack sicher auch einmal einen Schritt zu weit. Aber auch das sollte Comedy auch dürfen. Allen voran bewegen sich die sonst so seichten Lappen auf dieser Gratwanderung.

Das Drumherum (Mariks gewählter Auftrittsname "Don Mercedes Moped", Kleidung etc.) ist insbesondere am Anfang sehr gewöhnungsbedürftig und dem Gesamteindruck eher schädlich. Für mich passt dieses „anders sein“ nicht zum Programm, aber im Prinzip ist das auch unwichtig. Denn seien wir mal ehrlich: Wir wollen den Maulwurf sehen!  
Die neue Figur „Hasskasper“… Nun, die Idee, dass sich Passanten mit dessen Figur den Frust von der Seele spielen können ist irgendwie nett und unterhaltsam. Auch, dass die Figur Hass und Übel der Welt verkörpert, schön und gut. Vieles wirkt interessant, fügt sich jedoch nicht lückenlos zusammen.
Und da wären wir auch schon bei der so berühmten Erwartungshaltung. Sie wird erfüllt und auch wieder nicht. Ist das neue Programm dadurch schlechter? Vielleicht. Zumindest anders.

Frosch Falkenhorst  und der Maulwurf durchwandern natürlich auch wieder verschiedene Filmklassiker, die für mich besten Teile des Programms. Dabei stößt „Super-Maulwurf`n“ in einer entfernten Galaxis auf eine Maulwurfine. Wahre Liebe könnte man meinen. Doch der Arme kann seiner Besessenheit von der idealen Frau "Barbe" nicht entfliehen – noch nicht. 
Aber wir alle entwickeln uns weiter und so erkennt auch  der Maulwurf, dass er auf diese Weise nicht  glücklich wird, nicht werden kann. Der traurigschöne Song „Und alles“ ist für mich einer der Höhepunkte, ganz abseits von der Sprachfehlercomedy. Die mag man mögen oder nicht, aber hier geht es um mehr. Denn was die Liebe angeht, sind wir doch alle ein bisschen wie der Maulwurf.

Donnerstag, 13. Januar 2011

Megamind

Das Schatzi und die Peitsche haben es vor Kurzem endlich mal wieder ins Kino geschafft. Auf dem Programm: Megamind, der neueste Animationsfilm von DreamWorks. 


 


Der beste Held ist nichts ohne einen qualifizierten und charismatischen Bösewicht. 


Umgekehrt gilt das allerdings auch!





Seit Babytagen und ihrer Flucht von ihren von einem Schwarzen Loch verschlungenen Heimatplaneten  liefern sich der typisch gute, wie aus dem Ei gepellte Metroman (nein, nicht nur Name und Aussehen erinnnern an Superman ;-) ), der das Glück hatte bei sozial gut gestellten Pflegeeltern aufzuwachsen, und der schusselig-geniale Megamind, von den Insassen des städtischen Gefängnisses adoptiert, einen Superhelden/ -schurken-Kampf nach dem anderen. Wo Metroman alles gelingt und ihm die Herzen der Menschen zufliegen, erntet Megamind nur Ablehnung und Spott. So beschließt er, der Böse zu werden - und was für einer!

Auf einmal scheinen sich alle seine Wünsche zu erfüllen, sein Plan aufzugehen. Aber wie heißt es so schön: Sei vorsichtig mit deinen Wünschen! Denn, was geschieht, wenn man am Ziel seiner Wünsche angekommen, aber doch alles irgendwie anders ist? Denn was ist schon Licht ohne Schatten? Was ein Superbösewicht ohne einen Superhelden? Ein neuer Plan wird gefasst...

Die üblichen Zweifel und Ängste des Helden, sowie die Gewissenskonflikte gemischter Charaktere liegen hier allein beim Bösewicht - klar, ist er doch der (Anti)Held des Films. Hier liegt vielleicht der einzige Kritikpunkt: Einzig Megamind (gesprochen von Bastian Pastewka) ist es, der animationstechnisch (insbesondere mit/durch seine großen Augen), emotional und stimmlich überzeugt. Glaubhaft, nah und liebenswert. Alle anderen sind eben typische Nebenrollen. Aber das tut dem Film auch keinen Abbruch, schließlich erwartet man das ja auch irgendwie ;-)

Lichtblick ist auch der pyranhahafte Sidekick des Superschurken: humorvoll, treu und absolut schräg - nie kann er sich einen sarkastischen Seitenhieb verkneifen.
Das Ende hätte ein bischen spektakulärer sein können, dafür entschädigt jedoch Megaminds Auftritt dazu. "Es ist der Auftritt, der einen Superschurken von einem Schurken unterscheidet" höhnt er dabei. Und er hat Recht damit.

Die Superheldenpersiflage überzeugt und macht Spaß - ganz besonders wenn Megamind versucht in boshafter Bösewichtigkeit zu brillieren - mit wechselhaftem Erfolg. Nicht nur Superheldenanspielungen, Romantik, eine gute Musikauswahl (genannt seien am Rande nur die besonders passenden Songs Highway to Hell" und "Back in Black" von AC/DC, sowie "Bad" von Michael Jackson), jede Menge Gimmicks und tolle Sprecher werden hier aufgeboten. Es geht auch um die Frage, ob unser Leben schicksalsbestimmt (oder an einen bestimmte Sozialisation gebunden) ist, oder wir auch ein Wörtchen mitzureden haben.

Dienstag, 25. Mai 2010

Prince of Persia - Der Sand der Zeit




Ein Klassiker der Pixelhelden tobt sich nun in den Kinosälen aus: der Persische Prinz Dastan. Vom Straßenjungen zum Königssohn, Heerführer, Geächteten, Geliebten zum einzog Wissenden - Toll =)

Ich selbst habe nie ein Spiel der Reihe in den Händen gehabt und konnte dementsprechend unvoreingenommen an den Film herangehen. Ob es seinen Vorbildern auf den Konsolen gerecht wird, kann ich nicht beurteilen, fasse das aber für die Zukunft ins Auge ;-)

Früher hätte man so einen Film schlicht Abenteuerfilm genannt – eine Bezeichnung, die heute nicht mehr passig und unmodern ist, so scheint es. Mir würde so eine Einordnung gefallen, fasst sie den Film mit seinen verschiedenen Facetten doch sehr gut.

Ich habe im Vorfeld in einigen Kritiken gelesen, die Synchronsprecher oder das Casting hätten besser gewählt sein können – Ich für meinen Teil finde, es ist ausgezeichnet gelungen. Die Charaktere sind glaubwürdig und bieten eine gute Leistung. Setting, Musik und Action sind gut gewählt und bis auf eine Ausnahme (die sandige Rutschpartie in die Katakomben) überzeugend. Mit dem Lösen des Höhepunkts bin ich etwas unzufrieden, aber hey, wir haben hier eine Spielverfilmung vor uns!

Ein gelungener Abend mit einem gelungenen Film.

Das Actionmärchen aus 1001 Nacht bietet (fast) alles, was man sich wünschen kann.

Dienstag, 23. Februar 2010

Logik ist nicht alles: Sherlok Holmes

Ein Männerduo, dass jedes sprichwörtliche alte Ehepaar in den Schatten stellt, teuflische Schurken und ein schmutzigschönes London bietet die neuste filmische, zugegeben sehr amerikanische, Fassung von Sherlok Holmes. Das Schatzi und ich waren am Wochenende in Kino und sehr angetan.



Im Vergleich zu Romanvorlagen und auf Knobeln ausgelegte Verfilmungen geht es in diesem Streifen zwar um einiges rasanter zu, die Umsetzung der aktionalisierten Kombinatorik (ich nenne das mal so ;-) ) ist sehr gut gelungen und weiß zu überzeugen. Wenn man kein Holmes-Purist ist, wird man von der Charakterisierung Holmes` und Watsons angetan sein. Die Grenzen zwischen logischen und unbewussten, zufälligen Schlussfolgerungen der beiden Ermittler wird in meinem Augen filmisch gekonnt vermischt. Hauptdarsteller und Kulisse überzeugen, ebenso wie die wie gewohnt stimmige Musik Hans Zimmers. Man darf sich auf Mehr freuen.