Mittwoch, 20. März 2013

STAR WARS - Jeder braucht ein Hobby... (26)



Rund eine Stunde später schloss Lord Vorn seine Ausführungen mit einem energischen Verziehen der Mundwinkel. Dabei war er eigentlich ganz zufrieden, hatte sich sein Gespräch mit seinem Kontaktmann als durchaus - nun, die Bezeichnung gewinnbringend wäre in Anbetracht der Umstände vielleicht nicht ganz angemessen - nützlich erwiesen.

Arsani und er saßen sich auf einer Bank des Trainingsraumes gegenüber. Die Augen des Zabrak hatten sich verdüstert, wie sie es stets nur taten, wenn er aufgebracht war. Oder besorgt.

„Sie sind noch nicht so weit, das wisst ihr“, entgegnete er ohne Vorwurf oder Besorgnis, einfach sachlich.

"Sie werden es, oder für ihr Versagen bezahlen." Der Sith zuckte die Schultern wie unbeteiligt. "Ich habe keinen Sinn für Sentimentalitäten." Nicht in dieser Hinsicht, bei diesem Vorhaben. Zu viel stand auf dem Spiel.

Warum habt ihr sie dann mitgebracht, fragte der Blick des Zabrak, doch sagte er nichts.

Weil ich es will. Weil ich es kann. Weil sie mir gehört. Auch der Sith sprach nicht, blickte nur.

Stumm sahen sie sich an und schließlich war es der Zabrak, der ein Nicken andeutete und den Blick senkte, während der Sith sich erhob. Rund zwei Stunden später hatte er das Anwesen verlassen.

„Mein Lord, welche Überraschung...“ Tief verneigte sich der fast wie ausgemergelt wirkende Hüne, der den Sith um gut eine Handbreit überragte. Er wirkte überrascht, doch nicht ängstlich. Dennoch verließ seine Stimme eine Gleichgültigkeit nicht, wie stets machte er mit seiner Emotionslosigkeit den Eindruck, lange schon mit dem Leben abgeschlossen zu haben.
Trotz seiner Körpergröße entstand eher der Eindruck, dass der größere es war, der eigentlich hinaufblicken müsste. Der kahl rasierte Schädel des hageren Mannes mittleren Alters glänzte matt und schwarz vor Tätowierungen, die im Dämmerlicht fast lebendig schienen. Auch der grundsätzlich eher zerbrechliche Eindruck des Mannes mochte täuschen. Er war ebenso präzise wie emotionslos, körperliche Stärke und Überlegenheit nicht notwendig. Als habe er die Gedanken des Sith und seine tastende Einschätzung erahnt, wanderten die Finger des Kahlkopfes seitlich nach hinten, streiften den fast bis zur Mitte seines Oberschenkels herab reichenden Kolben seines Präzisionsgewehrs wie eine Liebkosung. Ein Funkeln stahl sich in seine Augen, was die, die ihn gut kannten schon als Lächeln zu deuten wussten. Seine Miene lieb emotionslos, wie glattgebügelt.

"Status?", fragte der Sith ohne einleitende Worte, seine Stimme weder freundlich noch hart, geschäftig.
Mit schnörkellosem Tonfall antwortete der Hüne.
"5 überwacht 7 auf seiner ersten Mission. Wie ihr wünschtet: Überwachung, Bewegungs- und Sozialprofil... das Übliche. Er stellt sich gut an", fügte er eine wohl persönliche Einschätzung hinzu. Sein Tonfall veränderte sich dabei nicht. Der Sith nickte nur und machte eine Geste, fortzufahren, während der Hüne einige weitere Details, Aufträge, Abläufe und Organisatorisches einging.

"Du hast sie also eingewiesen." Eine Feststellung, keine Frage. Der Hüne nickte trotzdem bestätigend.

"Ruf sie raus." Übergangslos wandte der Sith sich um und schritt durch einen Torbogen, der auf einen großen Platz führte. Er war von großfelsigen Mauern eingeschlossen, mit grobkörnigem Stand ausgestreut. Über ihm schwieg der wolkenvergangenen Himmel, sparte sich sei Grollen für später. Hart brach sich der böige Wind an den Kanten des Gebäudekomplexes, heulte wie ein verwundetes Tier.

Wenige Momente später traten die Herbeizitierten auf den Platz. Obwohl keiner von ihnen seine Gefühle im Gesicht trug – außer natürlich den aufgesetzten – 'schmeckte' der Sith nach ihren Gemütern. Unweit des Torbogens blieben sie wie auf eine Absprache hin stehen, in einer Reihe, wie mit dem Lineal gezogen. Etwas versetzt der Hüne, die Arme verschränkt, wie unbeteiligt abwartend. Der Sith musterte sie, der Reihe nach, abschätzend, bewertend, analysierend.

"Nun, ihr wisst, um was es geht. Wozu ihr euch verpflichtet habt. Auf die eine oder andere Art habt ihr bereits gegen Machtanwender bestanden. Doch ich will es kurz machen..." Er lächelte, freundlos, böse, lauernd. Neugierig. Er griff nach seinem Lichtschwert, und aktivierte es in einer auffordernd-grüßenden Geste voller überlegener Herablassung.

"Wem es gelingt, mich auch nur zu berühren oder einen eindeutigen Schnitzer an der Robe zu hinterlassen, überlebt…" Seine Augen funkelten angriffslustig.

1 Kommentar:

  1. Ein schöner Test... :D Bin gespannt, ob einer überlebt... :-)

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