Freitag, 25. März 2011

Sebastian Fitzek – Splitter

-Was, wenn wir die schlimmsten Erlebnisse unseres Lebens für immer aus unserem Gedächtnis löschen könnten? Und was, wenn etwas dabei schief geht?-

Viel stärker als der Splitter, der sich in seinen Kopf gebohrt hat, schmerzt Marc Lucas die seelische Wunde seines selbst verschuldeten Autounfalls - denn seine Frau hat nicht überlebt. Als Marc von einem psychiatrischen Experiment hört, das ihn von dieser quälenden Erinnerung befreien könnte, schöpft er Hoffnung. Doch nach den ersten Tests beginnt der blanke Horror: Marcs Wohnungsschlüssel passt nicht mehr. Ein fremder Name steht am Klingelschild. Und als sich die Tür von innen öffnet, schaut Marc seinem größten Albtraum ins Gesicht ...


Was macht einen Menschen aus, wenn nicht all seine Erfahrungen, Erlebnisse und Gefühle? Marc Lucas jedoch wäre froh, wenn er zumindest einen Teil davon für immer loswerden könnte, sind einige davon doch zu schmerzhaft, um damit weiterleben zu wollen. 
Denn bei einem vom ihm verschuldeten Autounfall starben seine Frau und sein ungeborenes Kind. Aber leben will er – was also mit den traumatischen Erinnerungen anstellen? Haben wir allle und nicht schon einmal zumindest für einen Augenblck gewünscht, ungeliebte Gedanken einfach läschen zu können? Da verspricht eine Zeitungsanzeige das Unglaubliche: 
Einen noch in der Forschung befindliche Methode soll es möglich machen, Erinnerungen einfach  zu löschen. Danach wäre ein nomales, neues Leben möglich. Marc informiert sich, kann sich aber schließlich doch nicht zu dem Eingriff durchringen. Doch als er unverrichteter Dinge die Klinik wieder verlässt, ist alles anders. Keiner scheint ihn zu kennen. Arbeit, Wohnung, Umfeld, alles scheint wie verwischt.

Der Auftakt ist gewohnt rasant und „mitten hinein“ – genau so, wie man von einem Thriller gerne in die Handlung gezogen werden möchte. Anspielungen, mit denen der Leser noch nichts anfangen kann, schüren die Neugier und die Sucht, die Ungereimtheiten aufzudecken.

Interessant auch, die Anspielungen auf andere Thriller Fitzeks. Den Nichtkenner entgeht nichts Wesentliches, dem Kenner jedoch entlocken sie zumindest ein Nicken. Oder…

„Der Zweck heiligt die Mittel“ ist ein Leitspruch, der ihn durch sein ganzes Leben begleitet hat. Und auch den Leser wird er begleiten, wenn auch anders, als er denkt. Bis zum Ende. Marc Lucas begibt sich vom Leser begleitet auf die Suche nach der Wahrheit (?). 
Fitzektypisch gibt es viele überraschende Wendungen, interessante Ideen, Verwicklungen, Intrigen, Verfolgungen – eben das, was das Herz des Thrillerlesers begehrt. Auch wenn manchmal ein richtiger Verdacht und ein Wiedererkennen aus dem ein oder anderen Hollywood-Blockbuster vor dem inneren Auge des Lesers auftaucht, tut es dem Lesevergnügen und der Suche nach Aufklärung keinen Abbruch. 
Im Gegenteil. Denn auch hier ist (wie in allen guten Fitzeks) die Frage: Was ist Einbildung? Was ist Wirklichkeit? 
Dieses Verschwimmen habe ich schon an Die Therapie geliebt. Splitter ist für mich von den bisher gelesenen 5 Thrillern Fitzeks meine Nummer 2, direkt vor Amokspiel.

Kommentare:

  1. Ich höre den Fitzek sehr gern als Hörbuch. Spannend aber oft doch sehr viel ... Fiktion .. aber spannend

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  2. Immer wieder schön, von dir die nächsten Leihbücher ausgewählt zu bekommen ;-) Danke!

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  3. Das steht zwar noch nicht in meinem Regal, aber es wird darauf hinaus laufen ;o)

    Was seh ich denn da auf der rechten Seite? SHAKES AND FIDGET? *lach* Zockst Du das? Mein Sohn liebt das, weil es so komisch ist, sagt er *grins*

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  4. @ der w_o_b_b
    Mein erstes Fitzek-Hörbuch wird wohl "Der Augensammler"

    @ Träger des Lichts
    Mach ich doch gerne ;-)

    @ Merle
    Ziel erreicht *hrhr*

    Und ja, Shakes and Fidget spiele ich (Server 3, wenn er eine Top10 Gilde sucht ;) ) - mir gefällt es auch, weil es so schön schräg ist *lach*

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  5. Huhu *winkt* will dann auch noch was zu sagen aber... ich kann nicht mehr heute... muss endlich schlafen.... schaue morgen nochmal rein :-) Die Augen fallen grade zu, muss echt kämpfen, ob ich noch den Weg ins Bett finde?... *im Halbschlaf herumtastet*... wo ist den den "Aus-Knopf"?... ah da....
    Gute Nacht... -_-

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  6. Erinnert mich etwas an eine Kurzgeschichte von Stephen King, wo ein Mann jedes mal seine Identität verliert, wenn er mit einer bestimmten Frau schläft die häufiger in sein Leben tritt. Und er konnte jedes mal nicht widerstehen, wohl wissend das er sich danach wieder eine neue Existenz aufbauen muß.

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  7. Ich hab dieses Buch auch erst letzte Woche gelesen und war rundum begeistert. Sehr geil! War übrigens mein erster Fitzek, werde mich da aber mal weiter einlesen - die Psychodinger sind ganz und gar mein Lieblingsgenre. :-)

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  8. Moinmoin... so also nachdem ich das hier nun gelesen hab, frisch ausgeruht :D muss ich zugeben, es fasziniert mich! Hmhm.... ich fürchte... könnte durchaus dazu führen, dass ich mir dieses Buch aneignen muss.... ja ich glaube... das ist schlecht zu vermeiden.
    Und DU bist dran "schuld" Citara! *grins* ;-) :P :D

    Schönen Sonntag allen!

    LG, Frau Elch

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  9. Ja, und da komm ich ins Spiel... Und bestell dann mal ein Hörbuch... Dann hab ich vielleicht auch noch was davon... ^^ Wobei dieses Genre eher nicht soooo für mich geeignet ist... ;-)

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  10. Leider nicht mein Genre, aber die Rezension liest sich sehr gut. ^^

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  11. Argh...das Ding klingt ja wirklich interessant.

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  12. @ Frau Elch
    Die Schuld nehme ich gerne auf mich ^^ Bisher waren alle Romane die ich von Fitzek gelesen habe, mehr als lesenswert!

    @ Andi
    Hm... Kannst du dich an den Titel erinnern?

    @ Lyanca
    Habe gerade eine ausgeprägte Thriller-Phase *lach*

    @ Mr. Elch
    Gute Idee =) Solange es die ungekürzte Fassung ist...

    @ Imperator
    Danke =)

    Nicht dein Genre? Aber andere Thriller liest/hörst du doch auch.

    @ Held
    Jup *hrhr*

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