Donnerstag, 3. November 2011

Ritterverderben

Einst ein Knapp` mit Idealen
grämte sich, wie er bezahlen
könnt was Leib und Seel verschlingt,
bis endlich er`s zu etwas bringt,
bis Schwert und Ross er sich verdient,
ein Handeln wie es sich geziemt.

Und was ein strahlend Mann er war,
so artig, edel, mutig gar,
dass all in Arjen er besungen,
wie er die Nergen totgerungen.
Ein Frauenschwarm, so Mann und Held,
wie nur die Sage bereithält.

Im Schlachtenglück der feinsten Art
„Ich komm` gerade erst in Fahrt!“
er ruft besessen, eitel. Und,
oh, Verderben, falsche Stund´
„Ich, nur ich der Größte bin,
ich allein der Schöpfung Sinn!“

Ein Sturm braut sich, noch unbeseh`n
und schneller, als man denkt gescheh`n
was weise Weiber warnten wohl,
wie Männerherzen werden hohl,
leer, verbrannt und dünn, nichts wert
die Welt in Feuersbrunst verzehrt.

Zur Hölle fuhr, wer doch verzagt,
nicht beherzigte den Rat,
die Beine nahm in seine Hand
und beizeiten rasch verschwand,
wenn Höllenkriegers Klingen
mäh`n durch Fleisch und Bein und Wimmern.

Unbarmherzig, nicht zu rinnen
von Alt und Jung, bis zu den Kindern,
ein Wirbelsturm der blut`gen Art,
das ist, was geworden ward
aus heldenhaften Idealen,
die gegen Teufelsschergen prahlten.

Jahr um Jahr der Düstre meuchelt,
Jahr um Jahr der Ritter heuchelt,
es fehle nur Magie, ein Hut,
nicht belangloses, wie Mut.
Das Böse bald zurückzutreiben
verspricht er Männern wie auch Weibern.

Ein Blender, frohgemut nach außen,
in ihm selbst die Geister hausen,
die ihn plagen Tag um Tag,
an die er nicht zu denken mag.
Bis der Zauberhut gefunden,
fast gelassen seine Runden,

zufrieden mit Welt und sich und Taten.
Und die Bauern flehten, baten,
murmelten und hofften still
auf Rettung, Hilfe, Engelswill,
der in Gestalt des Schäfers dann
in Regennacht zerbrach den Bann.

Sogleich dem Ritter gab Gesuchtes,
dass die Menge schrie: „Versuch es!“
Der eitle Geck, er hielt sein Wort,
bis außer Sicht gleich alles fort
er warf und floh und rannte
obwohl der Horizont schon brannte
durch Höllenritters Schergen.

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