Dienstag, 9. August 2011

Gedankentiere

Freimütig und ziellos streifst du durch laubbedeckte Wälder. Viele Bäume sind schon kahl, der Boden von kleinem Geäst und braubuntem Laub bedeckt. Unweit von dir siehst du ein Tier, halb verborgen von immergrünem Buschwerk. Sein Rascheln zieht deine Aufmerksamkeit auf sich.

Intelligente Augen funkeln dich wie freundlich an. Das Tier scheint harmlos und zutraulich und du näherst dich langsam, um es nicht zu verschrecken. Weich und flauschig schimmert das Fell, die Pfoten tappen leise auf der Stelle. Die Ohren drehen sich neugierig und aufmerksam dem von deinen Füßen verursachten Rascheln entgehen.

Es kommt dir entgegen und du streckst deine Hand aus, es zu streicheln. Gelassen kraulst du das warme Fell und lächelst.

Auch der Gedanke lächelt dich an.

Und beißt.

Kommentare:

  1. Garstige Viecher, diese Gedanken...
    Aber wunderschön auf den Punkt gebracht :-)

    LG
    Urmel

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  2. Der Schluss dieses schönen Märchens ist grausam

    LG Shoushou

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  3. @ Mr.Elch
    *lach* Daran hab ich ganz sicher nicht gedacht

    @ urmelgemurmel
    Danke =)

    @ Darth Puma
    Und nie ein Jäger zur Hand, wenn man ihn braucht!

    @ Shoushou
    Nicht immer gibt es ein Happy End.

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  4. Ist das diese entlaufende Kuh, von der du sprichst? Eine Kuh mit Pfoten und Reißzähnen. Oder doch der böse Wolf?

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  5. Kommt ganz darauf an, was in deinen Gedanken haust...

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  6. Irgendwie ein seltsamer Text, der ein sehr kompliziertes oder abstraktes Gefühl einfangen will. Ich verstehe nicht ganz worauf du hinaus willst, ich erkenne nur einen Hinweis auf die Hinterlist darin. Aber da übersehe ich doch etwas, oder?

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  7. Und wenn du dir die Wälder als Innenleben und das Tier als Gedanken vorstellst?

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  8. Man kann nur hoffen, dass es sich festbeißt, das Gedankentier, und sich nicht abwendet und davon hoppelt wie bei mir immer wenn ich im Keller angekommen bin, und mich frage, was ich hier eigentlich nochmal wollte.

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  9. @ Träger des Lichts
    Bei bösen, fleischfressenden Bestien wäre ich da vorsichtig, die wird man leider sehr schwer wieder los.

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  10. Man kann sie mit Intuitiokrokodilen bekämpfen.

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  11. Dann vermute ich, dass der Erzähler in seinem Inneren lebt, aber dort von seinen eigenen Gedanken verführt und verraten wird.

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